Über Rückschläge und Pläne im Leben – ein paar Gedanken

Erinnert ihr euch noch daran wie ihr euch euer erwachsenes Leben als Kind vorgestellt habt? „Was mit 30? Da bin ich doch schon alt und habe 2 Kinder, ein Haus und einen Mann.“ Oder was war die Vorstellung mit 18, 21 oder 25 – was dachtet ihr, dass die nächsten Jahre bringen? Sind diese Vorstellungen Realität geworden? Bei mir nicht. Nichts von dem, was ich mir vorgestellt habe, ist eingetroffen. Ich bin ein leidenschaftlicher Planer und Denker. Sich im Moment fallen zu lassen fällt mir schwer.

Eine Schwäche an der ich unbedingt arbeiten muss! Denn macht diese Unsicherheit das Leben nicht viel spannender? Nicht zu wissen, was morgen sein wird oder in einem Jahr. Nie zu wissen, was das Leben für einen bereit hält. Wäre ja auch irgendwie öde, wenn man sich sein Leben ausmalt und dann den bunten Linien folgt.

Natürlich ist es nicht immer schön, wenn eine Vorstellung oder ein Plan oder ein tiefer Wunsch nicht in Erfüllung geht. Im ersten Moment steht man dann vor dem Scherbenhaufen. Man fühlt sich gescheitert, wertlos und traurig. Im nächsten Moment beginnen dann die Gedanken zu kreisen. Wessen Wunsch oder Vorstellung habe ich verfolgt? War das die Vorstellung von meinem Leben oder nur eine Vorgabe der Gesellschaft? Dinge, die man halt so macht. Lebensmodelle, die man bei anderen gesehen hat und die dort (wenn auch nur nach außen hin) funktionieren.

Und am Ende ist dann doch alles gut.

Ich denke jeder hatte viele solche Situationen erlebt, bei denen man im nachhinein weiß, für was es sie gut waren. Jeder Schmerz und jeder Verlust, jedes Scheitern wird mit etwas Abstand betrachtet zu einer glücklichen Fügung. Manchmal ist es eine Kündigung, auf die die Traumstelle folgt, eine Trennung, die den Traummann ins Leben holt oder eine überstandene Krankheit, die die Farben des Lebens wieder in neuem Licht leuchten lassen.

Auch wenn es die schwerste Aufgabe im Leben ist, muss man von Zeit zu Zeit etwas loslassen, damit etwas neues Platz hat im Leben. Vor allem aber auch damit man selbst wieder Platz hat in seinem Herzen.

„You are the Master of your journey.
You are the owner of your path.
You are a bird, but unless you fly, you are not free.
But only after your wings are broken you will realize that freedom is in your hands.
So be free.“

Najwa Zebian

Keine Pläne machen, im Moment leben und schauen was kommt, dass ist meine Aufgabe für meine bevorstehende Reise nach Neuseeland. Bisher habe ich den Flug, einen (handgepäckgroßen) Rucksack und die ersten zwei Übernachtungen gebucht. Das Abenteuer und die erste Schulstunde in „Pläne sind für den Arsch“ beginnt…

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